Mein Bundesfreiwilligendienst in Bolivien

27Sept
2017

Meine ersten Arbeitstage

Letzten Donnerstag habe ich zusammen mit meinem Regionalkoordinator zum ersten Mal mein Projekt besucht, das für das kommende Jahr meine Arbeitsstelle sein wird, und mich vorgestellt. Im "Hogar de Ninos Sagrada Familia" leben 52 Jungen und Mädchen zwischen 0 und 9 Jahren. Später werden die Kinder nach Geschlechtern auf zwei weitere Heime in Tarija verteilt, in denen ebenfalls Freiwillige arbeiten. Die Kinder wohnen und leben in dem Heim, manche haben sehr arme Eltern, andere sind Weisen. Das Heim zielt darauf ab, die Kinder an Familien zu vermittel, die sie adoptieren wollen, bietet den Kindern Schutz und Geborgenheit und sorgt sich um ihr seeliches und körperliches Wohlergehen. 

Das erste Mal habe ich am Freitag gearbeitet. Es war jedoch ein besonderer Tag, da sich alle Heime auf einem großen Sportplatz getroffen, gemeinsame Gruppenspiele veranstaltet und zusammen gegessen haben. Für die Kinder war es ein großer Spaß und zudem eine Freude, ihre älteren Freunde aus den anderen Heimen wiedersehen zu können. Nachdem wir wieder zurückgefahren waren, habe ich mich einige Stunden um die Babys gekümmert, die kaum ein Jahr alt sind. Erst am Tag zuvor wurde ein vier Wochen altes Baby abgegeben, das seelig in meinen Armeen eingeschlafen ist und mich fast zu Tränen gerürt hat. 

Am Montag habe ich dann richtig angefangen zu arbeiten. Ich bin zwischen 9 und 18 Uhr in dem Heim, welches ca. 40 Minuten mit dem Bus von meinem Zuhause entfernt liegt. Die letzten zwei Tage habe ich morgens zusammen mit der Profesora, wie sie alle dort nennen, die zwei- und dreijährigen Kinder betreut, mit ihnen gespielt, gesungen und Zahlen geübt. Die Kinder haben mich sofort aufgenommen, sind aufgeschlossen zu mir gekommen, haben mir ganz viele Sachen erzählt, von denen ich meistens leider nur die Hälfte verstanden habe, und mich sofort als neue Person akzeptiert. Halb zwölf bereiten sich die kleinen aufs Mittagessen vor, zu dem die Schulkinder kurz darauf dazustoßen. Nach dem Mittagessen wird bis halb drei Siesta gemacht, die Kinder halten Mittagsschlaf und ich hätte zu der Zeit auch frei, hab die letzten zwei Tage jedoch mit aufgepasst, ob auch alle ruhig sind. Am Nachmittag ist für die Schulkinder Hausaufgabenbetreuung, wo ich ihnen in Mathe und Spanisch helfe und selbst neue Wörter dazulernen kann. Auch die größeren Kinder sind total von mir begeistert, wollen mir alles zeigen, mich immer um sich haben und die ganze Zeit mit mir reden. Es ist ein schönes Gefühl, zu sehen, wie sie lachen und glücklich sind.